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KfW Bank Erfahrungen & Test

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Bei der öffentlich-rechtlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau – kurz „KfW Bank“ – handelt es sich um ein Bankinstitut, welches zweckgebundene Finanzierungen vergibt. Sie übernimmt die Funktion einer staatlichen Förderbank, die zu vier Fünfteln der Bundesrepublik und zu einem Fünftel den Bundesländern gehört. Nach den Vorgaben der Anteilseigner unterstützt sie bestimmte Personengruppen, Unternehmen sowie Projekte mit zinsgünstigen Krediten, liberalen Vergaberichtlinien und großzügigen Rückzahlungsbedingungen.

Förderung durch Kredite: Aufgaben und Funktionsweise der KfW

Der Name des Kreditinstituts benennt den ursprünglichen Zweck: Nach dem Zweiten Weltkrieg finanzierte die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Erneuerung der deutschen Wirtschaft. Unternehmen konnten sich bei der Bank zu günstigen Konditionen Geld leihen, das Institut initiierte so das Wirtschaftswunder.

Nach der Deutschen Einheit übernahm die KfW wieder eine wichtige Rolle, dieses Mal förderte sie die Wirtschaft auf dem Gebiet der zusammengebrochenen DDR. Seit den Neunzigern kommt der KfW zunehmend die Aufgabe zu, in verschiedenen Bereichen gesellschaftlich wünschenswerte Trends zu verstärken.

Die Bank unterstützt umweltpolitische Maßnahmen, gewährleistet Existenzgründungen, stellt mittelständischen Unternehmen liquide Mittel bereit und ermöglicht Studierenden den Gang an die Universität. Mit diesem Geschäftsmodell unterscheidet sich die KfW von üblichen Instituten.

Private Banken betreiben Gewinnmaximierung, prüfen die Zahlungsfähigkeit von Kunden streng und setzen Kredite nicht zu Förderzwecken ein. Mittlerweile verfügt die KfW über eine Bilanzsumme von über 500 Milliarden Euro im Jahr, im deutschen Banken-Ranking befindet sie sich damit auf dem dritten Platz.

Die KfW sitzt in Frankfurt am Main und verzichtet auf ein Filialnetz. Dadurch ergibt sich eine Besonderheit bei der Kreditvergabe: Interessierte wenden sich nicht an die KfW, sondern wickeln Finanzierungen über ihre Hausbank vor Ort ab.

Förderung der Energiewende: mit einem KfW-Kredit Investitionen finanzieren

Seit einigen Jahren drängt die Politik darauf, dass Deutschland beim Energieverbrauch den Anteil fossiler Rohstoffe senkt. Diese umweltpolitische Maßnahme will der Gesetzgeber mit mehr erneuerbaren Energien und einer höheren Energieeffizienz erreichen. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen erhalten für die Installation Regenerativer-Energien-Anlagen sowie energieeffizientes Sanieren staatliche Förderungen.

Eine entscheidende Rolle spielt die KfW, die für solche Maßnahmen Kredite mit Zinssätzen anbietet, die weit unter dem Marktniveau liegen. Für diese Zwecke hat das Institut verschiedene Programme aufgelegt, die sich zum Beispiel bei der Art des Vorhabens und der möglichen Kreditsumme unterscheiden.

So können private Hausbesitzer und Unternehmen mittels eines KfW-Kredits die Installation einer Fotovoltaikanlage finanzieren. Interessierte können mit der Finanzierung sowohl die Anschaffungskosten als auch die Ausgaben für die Installateure abdecken, die KfW zahlt mit entsprechenden Nachweisen einen Betrag von bis zu 25 Millionen Euro aus.

In den ersten Jahren müssen die Kreditnehmer nur die Zinsen begleichen, die Tilgung setzt erst später ein. Einer hohen Nachfrage erfreuen sich auch die KfW-Finanzierungen, welche zum energieeffizienten Sanieren anregen sollen. Jeder Wohneigentümer kann dieses Angebot in Anspruch. Das gilt nicht nur für Besitzer eines Eigenheims, sondern auch für eine einzelne Eigentumswohnung oder ein gesamtes Mietshaus.

Interessenten stehen zwei Varianten zur Auswahl: Zum einen können sie den Standard KfW-Energieeffizienzhaus anstreben, für den die KfW pro Wohneinheit bis zu 75 000 Euro überweist. Durch die Sanierung muss ein bestimmtes Level an Energieeffizienz angestrebt werden: KfW-Effizienzhaus 115, 100, 85, 70 oder 55. Eine solche Berechnung erweist sich als kompliziert und kann deshalb nur ein Sachverständiger durchführen. Dieser begutachtet die vollständigen Sanierungspläne und ordnet die Maßnahmen ein. Diese Einordnung reichen Wohneigentümer mit dem Kreditantrag bei ihrer Hausbank ein.

In allen Kategorien zahlen die Kreditnehmer die gleich niedrigen Zinsen, aber die KfW vergibt darüber hinaus noch Tilgungszuschüsse. Beim KfW-Effizienzhaus 55 liegt dieser mit 17,5 % der gesamten Kreditsumme am höchsten.

Zum anderen unterstützt die KfW mit bis zu 50 000 Euro pro Wohneinheit auch Einzelmaßnahmen, wozu zum Beispiel Investition in eine Wärmedämmung, der Kauf neuer Türen und Fenster sowie die Installation einer energiesparenden Heizungsanlage gehören.

Existenzgründer und mittelständische Unternehmen können sich an die KfW wenden

Ein weiterer großer Förderungsbereich stellt die Unterstützung von Existenzgründern und mittelständischen Unternehmen dar. Firmengründer erhalten mit dem Programm „Gründen & Erweitern“ finanzielle Mittel, die ihnen private Banken häufig verweigern. Auch diese Kredite zeichnen sich durch niedrige Zinssätze aus. Diese attraktiven Konditionen können Existenzgründer nutzen, gleich, über welche Bonität sie verfügen.

Risikoaufschläge verlangt die KfW nicht. Interessierte müssen nur einen aussagekräftigen und überzeugenden Geschäftsplan vorlegen und etwa zehn bis fünfzehn Prozent Eigenkapital aufweisen. Dann können sie im Programm ERP-Kapital für Gründung bis zu 500 000 Euro beantragen.

Die KfW akzeptiert unter anderem Kosten für die Anschaffung von Maschinen, den Kauf von Grundstücken, den Erwerb von Patenten und für das Personal. Kein Eigenkapital erfordert das Programm ERP-Gründerkredit-Startgeld, bei dem es bis zu 100 000 Euro gibt.

Wie bei allen KfW-Krediten erfolgt die Abwicklung bei diesen Förderprogrammen ebenfalls über die jeweilige Hausbank. Die KfW stellt diese aber in voller Höhe von der Haftung frei, so dass die Institute keinerlei Risiko eingehen und sich bei der Kreditvergabe liberal zeigen. Auch bereits existierende Firmen können auf zahlreiche Finanzierungsangebote der KfW zurückgreifen. Das trifft zum Beispiel für den Fall zu, dass sie Geld für Forschungsvorhaben aufwenden wollen.

Neues Aufgabenfeld: Der KfW Studienkredit

Erst vor kurzem hat die KfW mit der Finanzierung von Ausbildungen ein weiteres Geschäftsfeld entwickelt. Im Zentrum des Interesses steht der KfW Studienkredit, welcher Studierende den Besuch einer Universität ermöglichen soll. Dabei handelt es sich im Gegensatz zum bezuschussten BAföG um einen Vollkredit mit Verzinsung, der aber dafür verschiedene Vorteile besitzt.

So prüft die KfW weder das Einkommen noch das Vermögen der Antragssteller, die Einkommensverhältnisse der Eltern bleiben ebenso unberücksichtigt. Zudem endet das Recht auf BAföG mit dem neunten Fachsemester des Erststudiums, auf den KfW Studienkredit haben Studierende längeren Anspruch. Zusätzlich können damit auch Promovierende ihren Lebensunterhalt sicherstellen.

Alle Berechtigten können bei diesem Angebot eine monatliche Kreditsumme zwischen 100 bis 650 Euro wählen, diese können sie während der Bezugszeit je nach Bedarf anpassen. Nach der letzten Auszahlung gewährt die KfW eine Karenzzeit von bis zu 23 Monaten, in denen sie noch keine Rückzahlungen fordert. Kreditnehmer können die Tilgung dann bis zu 25 Jahre strecken, damit will die Bank finanzielle Überforderungen vermeiden. Wer das Geld schneller zurückzahlen will, kann ab einer Summe von 100 Euro Sondertilgungen vornehmen.

Geschichtlicher Hintergrund

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1948, wurde das geschichtsträchtige und für die deutsche Wirtschaft damals und heute bedeutende Kreditinstitut gegründet. Die westeuropäische Wirtschaft, besonders aber die deutsche, war nach dem Zweiten Weltkrieg am Boden. Da die Amerikaner aus mehreren Gründen daran interessiert waren, diesen Markt wieder aufzubauen, wurde das European Recovery Program (ERP) entwickelt, das häufig auch einfach Marshallplan genannt wird. Dieses Programm sollte neben der Versorgung der Bevölkerung auch sicherstellen, dass der kommunistische Einfluss der Sowjetunion abgewehrt wurde, und es sollte einen Markt für die amerikanischen Waren schaffen, da in den USA eine massive Überproduktion herrschte. Neben diesen Waren umfassten die Leistungen auch Kredite, Lebensmittel und Rohstoffe. Das ERP war für vier Jahre (1948 – 1952) angesetzt und umfasste ein Volumen von 12,4 Milliarden Dollar, woraus im Laufe der Zeit ca. 13,1 Milliarden Dollar wurden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde für die Abwicklung eingerichtet. 1949 folgte die Berliner Industriebank AG als Hauptleihinstitut des ERP-Sondervermögens und 1950 wurde die Bank für Vertriebene und Geschädigte, die spätere Lastenausgleichsbank, gegründet. Ab 1950 erweiterte sich das Aufgabengebiet der KfW Bank und sie übernahm um auch die Förderung mittelständischer Unternehmen.

Das ERP-Sondervermögen

Im Jahre 1953 wurde in Deutschland das „Gesetz über die Verwaltung des ERP-Sondervermögens“ verabschiedet, das besagte, dass das ERP-Sondervermögen nur für den Wiederaufbau und die Förderung der deutschen Wirtschaft verwendet werden dürfte. Ab 1952 wurde aus der Wirtschaftshilfe eine Rüstungshilfe und das Programm wurde Grundlage der NATO. Die von den USA zur Verfügung gestellten Mittel mussten gemäß des Londoner Schuldenabkommens mit einer Verzinsung von 2,5 % p. a. zurückgezahlt werden. Die von Deutschland zu zahlenden 1,2 Milliarden Dollar wurden statt in 60 Halbjahresraten vorzeitig von der Bundesbank zurückgezahlt und dann intern verrechnet. Die Abhängigkeit von den USA sollte abgebaut werden. Das ERP-Verwaltungsgesetz, das nun nur noch die Förderung der deutschen Wirtschaft vorsieht, wird jährlich um ein ERP-Wirtschaftsplangesetz ergänzt.

Die Entwicklung der KfW Bank

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat über die Jahre viele Veränderungen erlebt. Sie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main, das heißt, sie ist kein Kredit- bzw. Finanzdienstleistungsinstitut gemäß Kreditwesengesetz. Die KfW Bank besteht aus einem Vorstand, einem Verwaltungsrat, der den Vorstand überwacht und berät sowie einem Gremium zur Beratung für die Mittelstandsförderung. Den Vorsitz übernehmen in jährlichem Wechsel die Bundesminister für Finanzen und für Wirtschaft und Technologie.

Die KfW war das erste deutsche Unternehmen, das bei der SEC (United States Securities and Exchange Commission) in den USA eingetragen wurde und sich somit am US-Kapitalmarkt refinanzieren darf. Die SEC ist die US-amerikanische Börsenaufsicht, die nach dem New Yorker Börsencrash der 1930er gegründet wurde. Eine Erweiterung ihres Aufgabenbereichs erfolgte 1961 durch die Durchführung der finanziellen Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit Entwicklungsländern. Nach der deutschen Wiedervereinigung fiel dem Institut die Aufgabe zu, besonders die ostdeutsche Wirtschaft zu unterstützen.

1994 übernahm sie die ehemalige Staatsbank der DDR. Aus der Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde 2003 nach der Fusion mit der Deutschen Ausgleichsbank die KfW Bankengruppe, die wiederum 2004 neu strukturiert wurde, um die umfangreichen Aufgaben, die im Laufe der Jahre angefallen sind, gezielter und koordinierter bearbeiten zu können. Die KfW Bankengruppe setzt sich aus der KfW-Mittelstandsbank (Finanzierung, Existenzgründung und Innovation), der KfW-IPEX-Bank (Exportfinanzierung und Auslandsprojekte), der KfW-Entwicklungsbank (Zusammenarbeit in Entwicklungsländern, die Entwicklungshilfe von der Bundesrepublik Deutschland bekommen), der KfW-DEG (für privatwirtschaftliche Investitionen in Entwicklungsländern) und der KfW-Förderbank (Bauen, Infrastruktur, Wohnen, Bildung) zusammen. Diese Auflistung spiegelt deutlich den großen Aufgabenbereich wider. Gerade für die für Deutschland wichtige Exportfinanzierung ist die KfW Bankengruppe von besonderer Bedeutung. Im März 2007 wurde vom Bundestag das Gesetz zur Neuordnung der ERP-Wirtschaftsförderung beschlossen und das ERP-Sondervermögen sowie Nachrangkapital gingen an die KfW über.

Die Rolle der KfW Bank in der Finanzkrise

Mit dem Wertverlust der US-Immobilien und dem damit verbundenen Subprime-Hypothekenmarkt entstand die weltweite Finanzkrise. Die Banken hatten zur Refinanzierung Pakete mit Forderungen unterschiedlicher Güte gepackt, die nun nach und nach den Markt mit nicht mehr bedienten Krediten überschwemmten. Im Juli 2007 übernahm die KfW Bankengruppe Verpflichtungen für das der IKB angehörende Conduit Rhineland Funding und risikobehaftete Positionen aus der Bilanz der IKB. Da Conduits Zweckgesellschaften sind, die Forderungen ankaufen, entlastete die KfW Bankengruppe damit die IKB und somit auch den Bankenmarkt in Deutschland.

Die KfW Bankengruppe und das ERP-Sondervermögen heute

Von besonderer, auch politischer Bedeutung, ist die Arbeit der KfW Bankengruppe im Bereich Klima und Umweltschutz. So fördert die KfW die Wärmedämmung sowie die Einrichtung von Heizungsanlagen in Wohngebäuden, die mit erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel Wärmepumpen, arbeiten. Auch die KfW-Entwicklungsbank unterstützt diese Arbeit in den Entwicklungsländern.

Das ERP-Vermögen ist heute das Sondervermögen des Bundes, der Großteil wird von der Bundesrepublik Deutschland gehalten, ein kleinerer Teil von den Bundesländern. Die Bundesrepublik übernimmt die Haftung für alle Kredite der KfW, was dazu führt, dass das Institut von den Ratingagenturen die Bestnote AAA bekommt. Da die Bankengruppe keine Einlagen, zum Beispiel in Form von Girokonten hält, muss sie sich über die Finanzmärkte refinanzieren. Der ursprüngliche Bestand der amerikanischen Wirtschaftshilfe konnte durch die Kreditvergabe und die damit verbundenen Zinszahlungen vergrößert werden.


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